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Meinungen

Auf dieser Deite werden während der Jahresaktion Kolumnen von verschiedenen Personen veröffentlicht, die hier ihre persönliche Meinung in die Debatte bringen.


Die UN-Kinderrechtskonvention

Hey, ich bin Philipp und mache mein  FSJ bei der BDKJ Diözesanstelle in Hildesheim. Wir als BDKJ haben als Jahresthema das Thema Kindermitbestimmung. Eine wichtige Grundlage für dieses Thema stellt die UN-Kinderrechtskonvention dar, die die Mindeststandards an Kinderrechten beinhaltet und auch als zentralen Bestandteil die Mitbestimmung hat.
In Deutschland ist die Umsetzung in einem Aktionsplan festgelegt worden, der die Rechte und die Umstände in denen Kinder leben erheblich verbessern sollte. Leider ist die Umsetzung auch hier Problembehaftet. So ist das oberste Gebot die Chancengleichheit und Gleichbehandlung unabhängig von Herkunft, Religion oder Geschlecht. Eine Ungleichbehandlung sehe ich hier vor allem  in der freien Wahl von Kindergarten und Schule. Kinder, die einer bestimmten Religion angehören, werden bei der Platzvergabe von manchen Einrichtungen bevorzugt.  Auch in der Schule erfolgt eine Ungleichbehandlung. So hängt die Empfehlung nach der Grundschule stark vom Hintergrund der Eltern ab. So kommen Kinder aus Akademiker Haushalten, viel öfter aufs Gymnasium als Kinder aus Arbeiterfamilien.

Auch ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung und damit verbundene elterliche Fürsorge steht im Fokus dieser Rechte. Hier stellt sich für mich die Frage, wo manche Eltern die Grenze von Gewaltfreier Erziehung sehen, wenn ich durch die Straße geh und sehe, wie Eltern an ihren Kindern ziehen. Jedoch finde ich es dort auch wichtig ein Kind nicht zu sehr in Watte einzupacken und ihm im Entwicklungsprozess auch gewisse Freiräume zu lassen. Ganz pauschal wird gesagt ein Kind lernt nur durch anfassen, dass Feuer heiß ist. Aber auch beispielsweise sollte man einem Kind erlauben auf einen Baum zu klettern auch auf die Gefahr hin, dass es runterfällt. Den viele Kratzer aus solchen Situationen bringen auch einen gewissen Lerneffekt mit sich. So hat es mir in meiner Kindheit unglaublich Spaß bereitet mich mit Gleichaltrigen zu rangeln. Für Erzieher bzw. Eltern liegt da nur die schwere Aufgabe die Eingrenzung zwischen Gewalt und Spaß zu sehen.

Ein ganz wichtiger Punkt in der UN-Kinderrechtskonvention ist der Punkt der Teilhabe von Jugendlichen. Dieser Punkt kommt leider in Deutschland viel zu kurz. So werden Jugendliche bei städtebaulichen Umbaumaßnahmen kaum gefragt. So verfallen viele Spielplätze immer mehr und auch gibt es kaum Orte an denen man sich mit Jugendlichen gut treffen kann, um einfach mal zu verweilen. Auch der Veranstaltungskalender gibt nur wenig her. Viele Ü30 Partys, im Theater läuft auch nur Hamlet und das Kino wird  auf Dauer auch viel zu teuer.  

Jugendlichen wird von der Politik wenig Mitspracherecht geboten und wenn es dann zum Jugendparlament kommt, ist dies meist mit anstrengenden Sitzungen in stickigen Sitzungsräumen verbunden. Die ellenlange Tagesordnung macht es dann auch nicht schöner. Aber warum den nicht mal eine Sitzung draußen abhalten oder eine Tagesordnung in Jugendsprache verfasst. Dies würde die steife Atmosphäre,  die Politik in den Augen vieler Jugendlicher mit sich bringt, auflockern. Denn Mitbestimmen heißt meiner Meinung nach mehr als langes Gelaber. Mitbestimmen heißt mit anpacken und einfach mal machen. Wieso nicht bei der nächsten Stadtteilverschönerung selber helfen oder eine Aktion gegen die Schließung eines Jugendhauses starten. Ganz im Sinne: „ Nur wer etwas macht, kann auch etwas verändern“


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